Paulina Domašuskaitė
In ihrer künstlerischen Arbeit erforscht Paulina Domasauskaitė die Schnittstellen zwischen archetypischem kulturellem Gedächtnis und individueller Vorstellungskraft. Dabei entwickelt sie Themen wie die Fiktivität von Bildern und Darstellungen, die Fragilität der Erinnerung sowie die Wandlungsprozesse der Imagination. Die Malerei dient ihr als Mittel, die Wirklichkeiten innerer und kollektiver Bildwelten einzufangen und neu zu erschaffen, in denen sich persönliche Erfahrungen mit Fragmenten kultureller Archive verweben.
Ihr malerischer Ausdruck bewegt sich zwischen verallgemeinernder, abstrakter Darstellung und detaillierter, präzise ausgearbeiteter Gegenständlichkeit. Spontane Skizzen und die Freiheit der Improvisation sind wesentliche Bestandteile ihrer künstlerischen Praxis. Gleichzeitig legt sie großen Wert auf Struktur, Komposition und Farbgestaltung. Ihre Werke sind von der Natur, der Poesie, Musik, dem Theater, der Fotografie und dem Film geprägt. Diese unterschiedlichen Einflüsse verbindet sie zu einer eigenständigen visuellen Sprache. Die Beobachtung der Natur bildet dabei häufig den Ausgangspunkt für unerwartete Farbexperimente, während die Auseinandersetzung mit antiken Kulturen und der klassischen Kunstgeschichte ein fundiertes theoretisches Fundament schafft, das emotionale Intensität mit intellektuellem Gehalt verbindet.
In ihrem Arbeitsprozess, der oft das Auftragen mehrerer Farbschichten umfasst, um den Verlauf und die Tiefe von Zeit erfahrbar zu machen, strebt Domasauskaitė danach, eine atmosphärisch dichte Bildwelt zu schaffen. Letztlich lädt sie die Betrachterinnen und Betrachter in einen gemeinsamen Raum der Reflexion ein und weckt dabei Neugier sowie eine tiefe Nostalgie nach Orten und Erinnerungen, die sie möglicherweise nie selbst erlebt haben.
Nationalität: Litauen
Disziplin: Bildende Kunst
Aufenthalt: Session 6 (10.08.-13.09.2026)